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Charakteristik

STOFFBESCHREIBUNG:

Marmor ist ein metamorphischer Felsen, entstanden im Verwandlungsprozess von Karbonat-Felsen (Kalksteinen und Dolomiten). Je nach den mineralischen Beimischungen kann er unterschiedliche Farben und Muster annehmen, was ihm zu einem einzigartigen Stoff macht, dass nach seiner Verlegung einen schönen und originellen Effekt ergibt. Die edelsten, kristallischen, weißen  Kalzitmarmore können in dünnen Fliesen lichtdurchlässig sein. Travertin entsteht durch Akkumulation des aus heißen Quellen stammenden Kalzits und er besitzt in seiner Struktur viele Löcher – die Spuren des durch den Stein durchfließenden Wassers. Bei den Fertigprodukten werden diese Löcher in der Regel mit synthetischem Harz oder Zementspachtel gefüllt. Wenn diese Löcher ungefüllt bleiben, steigen die Anforderungen hinsichtlich der richtigen Instandhaltung des Steins bei seiner Benutzung. Die Travertin-Blöcke, aus denen die Platten gefertigt werden, können in zwei Richtungen geschnitten werden: quer zur Schichtung oder dieser entlang. Bei einem Längsschnitt kommt die spezifische Steinschichtung zum Vorschein. Diese Schnittweise des Travertins wird in Polen allgemein als klassischer Schnitt (eng. classic-cut) bekannt. Die längsgeschnittenen Platten sehen natürlicher aus, die quergeschnittenen sind dagegen in ihrer Farbe mehr homogen.  

Die in den Travertin- oder Marmorplatten auftretende Farbtonschwankungen, Unterschiede im Gehalt an mineralischen Beimischungen sowie Kalzit-Aderungen bilden eine natürliche Beschaffenheit dieser Stoffe und können kein Beanstandungsgegenstand sein.

ANWENDUNG:

Heutzutage finden Marmor und Travertin eine breite Anwendung im Bauwesen, meistens als Stoffe für äußere Fassadenverkleidung, Fußböden, Badezimmerplatten, Fensterbänke, Treppenstufen usw. Die Anwendung von Steinplatten auf den Fußböden bewährt sich sehr gut bei Fußbodenheizung, weil sie die in sich kumulierte Wärme lang halten. Es ist jedoch zu beachten, dass solch ein Fußboden unter Verwendung eines speziellen elastischen Klebers verlegt werden soll.

BENUTZUNGSHINWEISE:

Um ihre einzigartige Schönheit zu bewahren, erfordern sowohl Marmor, als auch Travertin – als Natursteine – die Beachtung von gewissen Regeln hinsichtlich ihrer Montage und Pflege.

Im Fall von weißen Marmoren sollen bei deren Montage ausschließlich weiße Kleber anwenden, um die dunklen Verfärbungen der Platten zu vermeiden. Sowohl Marmor, als auch Travertin – ähnlich wie alle anderen im Bauwesen verwendeten Natursteine – besitzen eine gewisse Wasseraufnahme und können den Einwirkungen von Flecken hinterlassenden Flüssigkeiten (Wein, Kaffee, Tee, Tinte, Öl usw.) unterliegen. Man soll deswegen eine Imprägnierung mit speziell dafür bestimmten chemischen Mitteln nicht vergessen. Die Spezifik des Steins als Stoffes sowie den Einwirkungsmechanismus der Imprägnierung in Betracht ziehend, soll man die Imprägnierung sorgfältig durchführen, indem man die dafür bestimmten Präparate verwendet und die Herstellerhinweise beachtet. Falls nötig, soll man dieses Vorgehen bis zur Erreichung des gewünschten Effekts wiederholen. Man sollte jedoch mit der Menge des verwendeten Präparats nicht übertreiben, denn sein auf der Oberfläche hinterlassenes Übermaß ist schwer zu entfernen. Die Imprägnierung der Steinoberfläche soll nach ihrer Montage und vollständiger Trocknung des Untergrunds, Klebers sowie der Steine selbst durchführen. Die Trocknungszeit hängt individuell von den zur Montage angewandten Stoffen sowie der Feuchtigkeit der zu montierenden Steinelemente.

Zur Wartung von Verkleidungen von Travertin oder Marmor soll man nur und ausschließlich die für seine Steinsorte bestimmten Mittel anwenden (am besten soll man die speziell für Marmor oder Travertin bestimmten Präparate anwenden). Zu einer einfachen Auffrischung ist am besten ein feuchter Mopp oder ein feuchtes Tuch und sauberes, weiches Wasser mit eventuellem Zusatz von Duftsubstanz (eher natürliche Substanzen) zu verwenden. Bei Verschüttung von Flecken hinterlassenden Flüssigkeiten resultiert ihr sofortiges Abwischen mit keinen Flecken auf dem imprägnierten Stein. Man soll jedoch auf die Flüssigkeit achten, die Säuren enthalten (darunter die natürlichen Säuren, wie z.B. Zitronensaft). Eine längere Einwirkung von Säuren auf die imprägnierte Steinoberfläche kann diese dauerhaft entfärben und in den Extremfällen zur Imprägnierungsbeschädigung führen und Entfärbungen in der Steintiefe verursachen. Eine sofortige Entfernung solcher Flüssigkeiten aus der Steinoberfläche eliminiert diesen völlig ungewünschten Einwirkungseffekt. Bei Steinfußböden – um ihr Aussehen möglichst lang zu bewahren – soll man das Vorhandensein des von außen hineingetragenen Sandes auf ihrer Oberfläche vermeiden. 

Die während falscher Benutzung entstehenden Löchern oder Brüche sollten mit Spachteln oder Klebern für Stein gefüllt werden.